Prokrastination ist der wissenschaftliche Name für die bekannte und weit verbreitete „Aufschieberitis„. Ein Zustand, den Musiker sehr oft kennen, wenn es um das Thema „Üben“ oder „Theorie lernen“ geht. Gerade junge Musiker kämpfen oft mit diesem Übel. Dabei muss die „Aufschieberitis“ gar kein Problem sein. Mit den richtigen Methoden und ein paar hilfreichen Tipps lässt sich das ändern.

„Das mache ich später…“ – ein vermeintlich herrlich befreiender Satz, um etwas später zu erledigen. Das bleibt das Instrument doch nochmal in der Ecke stehen und das Musiktheoriebuch liegt weiter geschlossen auf dem Tisch. Schließlich gibt es ja andere wichtige Dinge zu tun. Zahlreiche sinnlose WhatsApp-Nachrichten werden geschrieben und die E-Mails aufgeräumt, wenn die Zeiten für das „Üben“ und „Theorie lernen“ anstehen. So zum Beispiel vor der nächsten JMLA-Prüfung oder einem Vorspiel oder Konzert. Aber Spaß macht die „Aufschieberitis“ (Prokrastination) dabei nur selten … bzw. eigentlich nie.

Weil Menschen sich gerne vor unangenehmen Aufgaben drücken, ist das oft belächelte Aufschieben so weit verbreitet. Oft will man eigentlich nur einen Kaffee holen und stellt plötzlich fest: Oh, ich hab neue Nachrichten auf dem Handy … und nach 2 Stunden erwacht man aus seinem Handy-Tunnelblick, aber noch immer stehen die aufgeschobenen Aufgaben „Üben und Lernen“ an. Was Spaß macht, muss nicht durch Prokrastination verdrängt werden!

Die goldene Regel lautet:

„Die einfachste und effizienteste Methode, etwas Nerviges zu erledigen, besteht darin, es weniger nervig zu machen.“

6 Tipps und Methoden die „Aufschieberitis“ auszutricksen:

  1. Keine Nachtschichten oder „kurz-vor-knapp“ – Prokrastination als Phänomen beherbergt viele Fallensteller, die sich mehr oder weniger selbst einreden, dass sie unter Druck am besten funktionieren und die nahende Deadline eigentlich „brauchen“. Das ist falsch: Jedes Ergebnis profitiert von vorheriger guter Planung, nachfolgender Korrektur und Überprüfung.
  2. Unterteilen hilft – Die allergrößte Aufgabe lässt sich in kleine Pakete unterteilen, die sich einzeln besser bewältigen lassen. Es geht ans Eingemachte und Schritt für Schritt durchs Konzept: Jeder Schritt ist ein Erfolg, denn vorankommen ist besser als aufschieben.
  3. Umfeld hilft mit – Erzähle Deinem Umfeld, was Du vorhast – denn nun wirst Du gelegentlich gefragt werden, wie weit Du bist und das spornt an.
  4. Erinnerungen setzen – Ob mit Post-It Notizzettel an der Pinnwand, einem Kalendereintrag oder die Verwendung einer Erinnerungs-App auf dem Smartphone – lass Dich an unliebsame Aufgaben erinnern, um optimal ohne Aufschieben zu arbeiten.
  5. Aufgaben in Sichtweite – Vermeide das „aus den Augen, aus dem Sinn“. Stelle Dein Musikinstrument direkt sichtbar im Zimmer auf, so dass Du jederzeit direkt loslegen kannst. Lege Dein Musiktheoriebuch aufgeschlagen auf Deinen Tisch, damit Du jederzeit weiterlesen kannst.
  6. Priorisieren statt Prokrastinieren – Wenn die Aufgabenberge dennoch über Dir zusammenzubrechen drohen, hilft „Priorisieren“. Einmal nach Dringlichkeit durchsortieren und mit dem ersten Punkt direkt loslegen.

 

Was macht Ihr, um der „Aufschieberitis“ siegreich entgegen zu treten? Wir sind gespannt und freuen uns auf Eure Kommentare.

 

(Inspirationsquelle für diesen Artikel: Carola Heine auf https://www.lexoffice.de/blog/prokrastination)