Projekt Beschreibung

Klarinettenmundstück

Das Geheimnis der Bahnkurve

„Warum klingt es nicht? Ist es das Blatt oder das Mundstück? Oder beides?“, Fragen, die sich viele Klarinettisten:innen häufig stellen. Wie schön es wäre, ein beständiges Material zu haben, auf das man sich verlassen kann und einfach funktioniert.

Diesen Wunsch hat auch Martin Fluch, Profi-Klarinettist im Radio-Symphonieorchester in Wien. Also kombinierte er seine Technikaffinität mit der Musikerleidenschaft und begann Mundstück und Blatt von der Pike auf zu analysieren. Dies geschah in Zusammenarbeit mit Universitäten, Materialexperten und Schwingungstechnikern.

Die relevantesten Ergebnisse werden in diesem Online Seminar präsentiert. Wir beschäftigen uns mit den unterschiedlichen Bohrungen und Spielweisen der Klarinette, zeigen bisher unveröffentlichte 3D-Scans von beliebten Mundstücken sowie grafische Gegenüberstellungen von guten und schlechten Klarinettenblättern. Wir hinterfragen gängige Aussagen über Bahn-Öffnungen und -Längen und liefern messbare Fakten über die Wichtigkeit der idealen Kombination von Mundstück und Blatt.

Dieses Online Seminar ist ideal für:

Klarinettisten:innen, die sich intensiver mit der Materie beschäftigen und das Unsichtbare sehen wollen. Hobby- und Profi-Klarinettisten:innen, Klarinettenlehrer:innen, Klarinettenstudenten:innen, Klarinetteninteressenten:innen, Klarinettisten, Klarinettistinnen, Klarinettenspieler, Klarinettenspielerinnen, Musiker auf Klarinette, Musikerinnen auf Klarinette, Hobbymusiker auf Klarinette, Hobbymusikerinnen auf Klarinette, Instrumentallehrerinnen auf Klarinette, Instrumentallehrer auf Klarinette, Lehrkräfte für Klarinette, Musikschulen, Studenten der Klarinette, Studentinnen der Klarinette, Dirigenten, Dirigentinnen, Jugendleiter, Jugendleiterinnen, Jugendausbilder auf Klarinette, Jugendausbilderinnen auf Klarinette, Studierende auf Klarinette, Ausbilder auf Klarinette, Ausbilderinnen auf Klarinette, Interessenten an Klarinette

Diese Session wird präsentiert von:

Maxton - Sponsor von Blasmusik.Digital

Dauer: 104 Minuten

Aufnahme vom Mo. 10.05.2021

Veranstalter: Maxton.at

Dozenten: Melanie Schaber & Martin Fluch

Seminar-ID: 55-100521

Infos zu Speaker / Dozent

Martin Fluch - Speaker bei Blasmusik.Digital - Die Online Akademie für Blasmusiker

Kontakt:

Webseite:

www.maxton.at

Martin Fluch

Profi-Klarinettist im Radio-Symphonieorchester Wien, Mundstückentwickler

Martin Fluch ist Profi-Klarinettist beim Radio-Symphonieorchester in Wien und CEO der Firma MAXTON. Er spielt seit seinem 11. Lebensjahr Klarinette und besuchte die HTBLuVA in Waidhofen/Ybbs für Maschinenbau und Automatisierungstechnik. Die Liebe zur Musik ließ ihn parallel am Konservatorium bei Mag. Reinhard Wieser und an der Musikuniversität Wien bei o.Univ. Prof. Peter Schmidl und LB Helmut Wiener, Klarinette studieren. Nach Abschluss mit ausgezeichnetem Erfolg wechselte Martin Fluch an die Kunstuniversität Graz und vertiefte dort sein Wissen bei o.Univ. Prof. Gerald Pachinger.

Seit 2005 hat Martin Fluch ein Engagement beim Radio-Symphonieorchester in Wien, im Zuge seiner musikalischen Tätigkeiten war er außerdem Substitut bei Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, der Wiener Staatsoper, den Wiener Symphonikern und spielte zahlreiche Tourneen in Europa, Asien und Amerika. Auch hielt er Workshops und Masterclasses in Europa und Asien.

Die Anforderungen, die an sein Können und seine Instrumente im Rahmen seines künstlerischen Schaffens gestellt werden, erwiesen sich als Impuls gebend für die intensive Beschäftigung mit Mundstück und Blatt. Als Techniker analysiert Martin Fluch Komponenten und Zusammenhänge, als Musiker motiviert ihn der Wunsch der ewigen Suche nach passenden Mundstücken und Blättern ein Ende zu setzen. Hierfür gründete er 2008 die Firma MAXTON.

MAXTON ist Kompetenzzentrum für Holzblasinstrumente mit eigener Werkstatt, einem Geschäft in Wien mit Proberaum und einem Online Shop. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Forschung (Kooperationen mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen), Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von hochwertigen Klarinettenmundstücken.

Das Geheimnis der Bahnkurve – Maxton informiert

MAXTON, ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Wien, ist Kompetenzzentrum für Holzblasinstrumente mit großer Passion für Klarinetten. Die Firma sorgt vor allem durch ausgezeichnete und präzise Klarinettenmundstücke für Aufsehen. Neben einem kleinen, gut sortierten Geschäft und einem Online Shop, einer Reparaturwerkstatt, einem Proberaum und regelmäßig stattfindenden Workshops fokussiert sich MAXTON auf die Erforschung des Zusammenspiels von Mundstück und Blatt bei der Klarinette.

Die Suche nach dem vollen, runden, rauschfreien Ton, einem beständigen und langlebigen Mundstück mit perfekt abgestimmtem Blatt kennen wahrscheinlich alle Klarinettist:innen. Martin Fluch, CEO von MAXTON und Profi-Klarinettist im Radio-Symphonieorchester Wien, beschloss dieses Thema wissenschaftlich zu untersuchen. Daher beschäftigt sich MAXTON seit 15 Jahren in Zusammenarbeit mit universitären und außeruniversitären Einrichtungen umfassend mit den Bereichen Materialtechnik, Geometrie von Mundstück und Blatt und physikalischen Schwingungseigenschaften. Ein Schwerpunkt von MAXTON liegt in der Kombination aus Kunst und Technik – wissenschaftliche Methoden werden mit klarinettistischen Fertigkeiten, musikalischen Erfahrungen und Wissen von Künstler:innen verknüpft.

Die Relevanz der Präzision

Die neuesten Erkenntnisse von MAXTON wurden am 10.05.2021 in einem bildreichen Online Seminar auf Blasmusik.Digital an über 200 interessierten Teilnehmer präsentiert. Anhand von Scans und Messungen wurden von MAXTON gute und schlechte Blätter und Mundstücke mit den Teilnehmer:innen analysiert und diskutiert. Schwerpunkte des Workshops „Das Geheimnis der Bahnkurve“ bildeten der Grundaufbau des Mundstücks, die Beschaffenheit des Blattes und natürlich die intensive Beschäftigung mit der Bahnkurve. Die Bahnkurve zählt laut MAXTON zu den komplexesten Phänomenen des Instrumentenbaus, selbst in der Wissenschaft gibt es noch viele unbeantwortete Fragen. Die Bahnkurve ist das Ergebnis der Schwingungseigenschaften des Blattes und ist mit dem Blatt maßgeblich für die Tonqualität verantwortlich. Dies hat ein unüberschaubares Angebot verschiedenster Bahnkurven auf dem Markt zur Folge. Übliche Anhaltspunkte bieten Bahnlänge und Bahnöffnung:

Foto Maxton Klarinettenmundstücke

Als Bahnlänge wird die Länge von dem Punkt an dem sich das Blatt vom Mundstück trennt bis zur Mitte der vorderen Mundstückspitze bezeichnet. Hier gilt es laut MAXTON zu bedenken, dass die Längenangabe nichts über den tatsächlichen Kurvenverlauf der Bahnkurve aussagt.

Die Bahnöffnung ist der Abstand zwischen Blatt und vorderster Mundstückspitze (in der Mitte des Mundstücks). Bei angegebenen Bahnöffnungen wird davon ausgegangen, dass das Blatt plan ist, also eine komplett gerade Unterseite hat. Dies ist jedoch in der Praxis (so gut wie) nie der Fall, also kann die tatsächliche Bahnöffnung nur in Kombination mit dem verwendeten Blatt ermittelt werden.

Feststeht, dass sowohl beim Mundstück als auch beim Blatt die Präzision wesentlich ist. Diese ist beim Mundstück über die Genauigkeit der gefrästen Kurve, der Parallelität von Schenkel und Spitze und der exakten Oberflächenrauigkeit feststellbar. Beim Blatt ist die Planarität der Unterseite ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Diese Faktoren ermöglichen eine einheitliche Kontaktfläche des Blattes am Mundstück, wodurch ein voller, runder, rauschfreier Ton entstehen kann.

Resümierend kann laut MAXTON gesagt werden: Das Geheimnis der Bahnkurve liegt in dem Zusammenspiel von Mundstück und Blatt, welche nicht getrennt voneinander, sondern als Einheit zu sehen sind. Innerhalb dieser Einheit gilt es die physische Klangerzeugung, die Präzision des Mundstücks und die Planarität sowie den Ausstich des Blattes zu optimieren.

Foto Maxton Klarinettenmundstücke Foto Maxton Klarinettenmundstücke

Praxistipps

Mundstück Reinigung:

Um die Kanten des Mundstücks nicht zu ruinieren, wird von MAXTON empfohlen, einen Durchziehwischer einmal vom Schaft zur Spitze durchzuziehen.

Blattbearbeitung:

Damit das Blatt ideal auf der Bahnkurve liegt, ist es wichtig, dass die Unterseite des Blattes komplett plan ist. Dafür wird auf eine Glasplatte ein Schleifpapier (Körnung 800) gelegt. Das Blatt wird mit der Unterseite auf das Schleifpapier gelegt und mit 3 Fingern (Zeige-, Mittel-, Ringfinger) sensitiv vor und zurück bewegt, es dürfen keine Kreisbewegungen durchgeführt werden. Je gleichmäßiger der Druck, desto besser das Ergebnis.

Blattlagerung:

Um die Lebensdauer der Blätter zu verlängern bzw. mittelmäßige Blätter zu verbessern, wird die Lagerung in einem (MAXTON) Blattetui empfohlen. Dabei ist zu beachten, dass die Blätter auf einer Glasplatte (oder anderen sehr planen Unterfläche) liegen und ein gleichmäßiger, sensitiver Druck (z.B: durch eine Samt-/Schaumstoffeinlage) von oben auf das Blatt ausgeübt wird. MAXTON empfiehlt die Blätter direkt nach dem Kauf für einige Wochen in einem Etui zu lagern, um die Planarität zu erhöhen.

Foto Maxton Klarinettenmundstücke

Intonationsprobleme:

  • Ist der Kopftonbereich f‘ – b‘ zu tief und der Bereich a“ – c‘‘‘ zu hoch, dann ist die Innenbohrung des Mundstücks zu groß. Um dies zu korrigieren, kann laut MAXTON eine Bissplatte in den Schaft des Mundstücks geklebt werden.
  • Ist der Kopftonbereich zu hoch und der Bereich a‘‘ – c‘‘‘ zu tief, dann ist die Innenbohrung des Mundstücks zu klein. Die Innenbohrung des Mundstücks sollte nicht selbst, sondern nur in einer Fachwerkstätte erweitert werden. MAXTON bietet verschiedene Innenbohrungen an, jede Bahnkurve kann auf die Mundstücke gefräst werden.

Einladung zur Teilnahme an der Online Studie unter maxton.at/study

Um noch mehr Geheimnisse der Klarinettenwelt durch wissenschaftliche Erkenntnisse zu lüften, wird MAXTON die Ergebnisse aus der theoretischen Forschung mit empirischen Daten von Klarinettist:innen vereinen. Denn diese sammeln auf der Suche nach perfektem Material viele wertvolle Erfahrungen, welche nun gezielt erhoben und ausgewertet werden. Im Zuge einer ca. 8-minütigen, anonymen Online Umfrage wird nach Spielverhalten, bevorzugten Mundstücken und Blättern und der generellen Zufriedenheit mit der Mundstück-Blatt-Kombination gefragt. Melanie Schaber, die sich bei MAXTON für die Studie verantwortlich zeichnet, bittet alle Klarinettist:innen teilzunehmen: „Wir möchten mit unserer Forschung das Leben von Klarinettist*innen vereinfachen. Diese Umfrage ist schon lange überfällig, da es unseres Wissens nach keine validen Daten zu Spielverhalten und verwendetem Material gibt. Das soll diese repräsentative Befragung beheben, doch dafür benötigen wir Eure Unterstützung: Bitte nehmt Euch kurz Zeit und füllt den Fragebogen aus, ihr leistet damit einen wichtigen Beitrag für die Klarinettenwelt.

Die Online Studie von MAXTON ist unter maxton.at/study aufrufbar und eine Teilnahme ist anonym möglich. Die Ergebnisse werden anschließend von MAXTON öffentlich zur Verfügung gestellt.

Weitere Infos zu MAXTON gibt’s unter:

https://maxton.at  |  https://www.facebook.com/maxton.at  |  https://www.instagram.com/maxtonclarinet

(Redaktion: Melanie Schaber)